Hydraulischer Abgleich

Was steckt eigentlich hinter diesem Begriff und warum ist dies für Ihr Haus so wichtig?

Kurz erklärt (aber nur zum Einstieg) verbindet der hydraulische Abgleich die heizungstechnische Anlage Ihres Gebäudes mit den bauphysikalischen Eigenschaften Ihrer Immobilie. Wie dies in der Praxis gemacht wird?

Heizlastberechnung & U-Wert

Zunächst muss vom ganzen Gebäude eine sog. Heizlastberechnung erstellt werden. In dieser Berechnung spielt ihre Heizungsanlage noch gar keine Rolle. Es ist dabei auch nicht relevant, ob Sie eine Decken- oder Fußbodenheizung haben oder Heizkörper.
Bei der Heizlastberechnung sind alle Flächen der Wände, Fenster, Decken, Böden und Türen relevant. Über diese Flächen verlässt die Wärme Ihr Haus. Wie schnell oder langsam das vor sich geht, wird mit dem sog. U-Wert bestimmt.
Zusätzlich kommen dann noch Wärmeverluste durch die Lüftung und die Absenkung hinzu.
Wenn alle Flächen korrekt eingegeben wurden, dann erhält man eine sog. Normheizlast. Die U-Werte können entweder von einem Bauphysiker bestimmt werden oder sie werden aufgrund des Baujahres, sowie den verbauten Materialien berechnet bzw. geschätzt.

Aufgrund dieser Berechnung erhält man nun für jeden Raum eine sog. Raumheizlast bzw. eine spez. Heizlast pro m². Bei modernen KfW 70 Häusern liegt diese z.B. bei 40 W/m². Bitte merken Sie sich für später den Begriff Raumheizlast.

Aufnahme und Auslegung der vorhandenen Heizflächen

Um Wärme in die einzelnen Räume einzubringen dienen Heizflächen. Das sind meistens Heizkörper, Fuß- oder Deckenheizungen. Um deren Leistung bestimmen zu können, ist es wichtig, dass die jeweilige Größe, Verlegeabstand und der Bodenaufbau bekannt ist. Dies muss für jeden beheizten Raum erledigt werden.
Die eingebrachte Heizenergie wird dabei von zwei festen Größen festgelegt: Zum einen die sog. Temp. Spreizung zum anderen vom sog. Volumen- bzw. Massenstrom.
Anhand der gegebenen Raumheizlast und den spezifischen Heizleistungen der unterschiedlichen Wärmeflächen wird nun zu der festgelegten Vorlauftemperatur und der gewünschten Temp.spreizung der notwendige Massenstrom ermittelt.
Dieser Massenstrom wird also nun genau für die spezifische Raumheizlast berechnet.

Rohrnetzberechnung

Nun folgt der zweite Schritt. Wenn die Heizflächen ausgelegt sind und die Heizlast ermittelt ist folgt die sog. Rohrnetzberechnung. Dabei werden die Widerstände im Rohrleitungsnetz berücksichtigt. Diese sind nachher für die passende Pumpeneinstellung notwendig. Fügt man nun Wärmeerzeuger, Heizflächen, Pumpen und Gebäude zusammen erhält man ein aufeinander abgestimmtes System. Dies äußert sich dann z.B. dass Sie im Grunde immer Ihre Heizkörper auf " 5 " laufen lassen können. Denn seitens Ihres Wärmeerzeugers wird nur soviel Energie zugeführt, wie Sie auch tatsächlich benötigen.

 

Der Abgleich

Wenn nun alle Berechnungsdaten vorliegen werden die Massenströme der Heizflächen angepasst, dies erfolgt bei Heizkörpern über die sog. voreinstellbaren Thermostatventile und bei den Flächenheizzsystemen über die sog. Volumenstromreglern. In größeren Gebäuden nimmt man dann noch Strangregulierventile dazu. Die gewünschten Einstellwerte erhält man anhand der berechneten Widerstände und Volumenströme. Die Einstellung sind an jedem Heizkörper und an jedem Heizkreis individuell vorzunehmen.
Bei älteren Heizkörpern müssen die Thermostatventile getauscht werden, denn ältere Modelle sind nicht einstellbar!
Wenn man Ende alles berechnet und eingestellt ist, hat man ein hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem.

 

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